Lehrstoff - Selbstverteidigung

Reflexkampf I - Basics

Lehrinhalt

  • Aufbauend auf einer mittlerweile mehr als 40-jährigen Erfahrung als Lehrer im Bereich Kampfkunst und Selbstverteidigung entwickelte sich für uns die klare Erkenntnis, dass sogenannte „klassische“ Selbstverteidigungssysteme wie Karate, Ju-Jitsu, Kung Fu usw. nur bedingt ernstfalltauglich sind (Gründe u.a. zu langes und „laborhaftes“ Üben, Regeln usw.).Seit der Mensch existiert, muss er laufen, springen und greifen. Diese Mittel unspezifischer Bewegung stehen uns auch heute noch zur Verfügung, insgesamt besser kombiniert und koordiniert (hoffentlich!) als bei jedem Tier, und das auch dann, wenn Ernstfall angesagt ist. Genau hier beginnt dann reflexmäßiges Kämpfen, eben „Reflexkampf“(*Begr. rechtl. gesch.): eine Rückbesinnung auf die situativen und reflexhaften Möglichkeiten von Kämpfen im Ernstfall, welche auch die Entscheidungsmomente auf der sensorischen und psychischen Ebene mit einschließen muss, verbunden mit der Bevorzugung instinktiver Bewegungsmuster.
  • Die Seminarteilnahme wird auf Wunsch durch Urkunde bestätigt.


1. Teil: Grundlagen körperlichen Kämpfens in Theorie und Praxis 

  • Deshalb wird in diesem Seminar am 1. Tag der Einstieg in die Grundlagentechnik des reflexmäßigen Kämpfens vermittelt mit den dazugehörigen Partner- und Übungsformen wie „Katze“, „rollende“ und „steckende Hände“ usw. Das Schwergewicht des Seminars liegt dabei im Bereich direkte/indirekte Eingänge und Abwehr von grundlegenden Griff-, Schlag- und Trittangriffen.
  • Das Prinzip des Dreiecks in Angriff und Verteidigung; Reflexschulung und angeborene Bewegungsmuster in ihrer Kampffunktion; direkter und indirekter Eingang; Statik und Dynamik bei Masseeinsatz; der ganze Körper als Waffe; der Vorrang der offenen Hand gegenüber Faust und Fuß (Funktionalitätsprinzip); Unterschied von Sport- und Ernstfallkampf.

2. Teil: Abschlußtechniken zum  KO oder Festlegung, freier Kampf mit körperlichem Einsatz (in Schutzausrüstung)

  • Am 2.Tag soll dies mit An- und Abschlußtechniken verbunden werden, die kein Entkommen aus der erreichten Bindung mehr zulassen, also entweder in K.O. oder einer zwingenden Festlegung enden. Die reflexhaften Kontakte dienen dabei als Anker für die folgenden Techniken. Die dazu ausgewählten Techniken sind systemübergreifend einsetzbar und ausschließlich erfolgsorientiert auf die jeweilige Situation angepasst. Es soll damit erreicht werden, dass mit möglichst wenigen, aber extrem effektiven Techniken ein möglichst breites Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten abgedeckt werden kann. Damit wird zum einen die Gefahr von Fehlentscheidungen minimiert, umgekehrt die Entscheidungsgeschwindigkeit maximiert, die  Entscheidungssicherheit also extrem verbessert.

Praktisches Ziel

  • Die Vermittung des Wissens, um sich körperlich erfolgreich im Ernstfall verteidigen zu können.

Erforderliche Ausrüstung

Reflexkampf - II : Tritt- und Fausttechniken - aktiv und passiv

Lehrinhalt

  • Das Seminar wendet sich an Personen, die eines unserer Basisseminare besucht haben oder zumindest (auch über andere Kampfsysteme) Zugang zum Bereich Zweikampf und Selbstverteidigung hatten.
    Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz von Tritt- und Faust-Techniken auf Reflexkampf-Basis. Wir werden am 1.Tag mit den Tritt-Techniken beginnen und am 2.Tag die Faust-Techniken behandeln.
    Die Seminarteilnahme wird auf Wunsch durch Urkunde bestätigt.

1. Teil: Tritt-Techniken

  • Zunächst werden die Techniken einzeln in ihrer Besonderheit und auch in Abgrenzung zu anderen Kampfsystemen vorgestellt und begründet. Weiter wird ihr taktischer Einsatzrahmen festgelegt, in dem sie Wirkung entfalten sollen (Raum-Zeitkorrelation/Mensur u. Tempo/Treffer- oder Brückenfunktion des Fußtritts). Hieraus werden dann Sprung- und Kombinationstechniken entwickelt, dann wird auch hier wieder der taktische Einsatzbereich bestimmt und geübt. Beide Einsatzbereiche werden von Anfang an mit 1-Schritt und 2-Schrittbindungen kombiniert (Kontrollfunktion der Hand).

2. Teil: Faust-Techniken

  • Zuletzt wird dann noch der schwierigste Einsatz, nämlich die Rolle von Tritten im Konterbereich gegen bereits laufende Tritt-, Schlag-, oder Griffangriffe durchgearbeitet. Spätestens hier sollte dann auch für jeden Teilnehmer klar sein, weshalb die technische Beschränkung auf "gelaufene" Kicks in der Praxis keine Einschränkung, sondern eine Befreiung von möglichen Fehlentscheidungen darstellt (Funktionalitätsprinzip).
    Fausttechniken sind nicht wesentlich im Reflexkampf, da die Grifffunktion der Hand grundlegend und höherrangig ist als die Schlagfunktion. Sie können aber in bestimmten Situationen durchaus vorteilhaft sein und eine Entscheidung beschleunigen. Wir werden deshalb zunächst die spezielle Form der Solotechnik erarbeiten sowie einer darauf beruhenden Schlagserie. Danach werden wir wieder den Einsatzrahmen bestimmen und üben.
    Anschließend werden wir die Verbindung von Griffen und Faustschlägen behandeln sowie die spezielle Bedeutung der 3-Schrittbindung in Verbindung mit der Faust. Als letztes steht dann wieder die Faust als Kontertechnik auf dem Programm in Verbindung mit indirektem und direktem Eingang. Spätestens hier sollte dann auch die Überlegenheit gegenüber "klassischen" Faustkampfsystemen klar sein.

Praktisches Ziel

  • Die Vermittung des Wissens, um sich körperlich erfolgreich im Ernstfall verteidigen zu können.
  • Um hier nicht bei Null ansezten zu müssen, solltendie Teilnehmer zumindest Grundkenntnisse in den Bereichen Hebel, Wurf, Tritt und Schlag mitbringen. 

Erforderliche Ausrüstung

Reflexkampf III - Griffkontrollen, Hebeln, Würgen u. Würfe, Entwaffnungen

Lehrinhalt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben dem Einsatz gegen Schläge und Tritte ist Reflexkampf (RK) hervorragend geeignet, auch Griffangriffe, Hebel und Würgen und Würfe abzuwehren.

Das Aufbauseminar beschäftigt sich damit, dazu  geeignete Ansätze reaktionsmäßig, bewegungsmäßig und technisch vorzustellen und einzuüben. Griffangriffe werden häufig über- oder unterschätzt. Das Problem liegt darin, daß sie komplex sind, d.h. ihre Fertigstellung über mehrere Stufen läuft, bis sie wirken, was im Ansatz zunächst nicht erkennbar ist, auch Zeit kostet, und zunächst auch nicht mit einem Schmerz verbunden sein muß (kein Warnsignal, führt zur Unterschätzung), zum anderen gibt es fast überall auch Stufen, auf denen ein Entkommen oder sogar eine Umkehrung möglich ist, ohne daß es den Betroffenen bewußt ist. Hierfür werden wir das Bewußtsein schärfen und geeignete Mittel zum Ausbruch entwickeln.

Die Seminarteilnahme wird auf Wunsch durch Urkunde bestätigt.

                    1. Teil:

 

- Abwehr von Würgen, Körper- und Armwürfen wie Halbnelson,

  Doppelnelson,Schwitzkasten, Umklammerungen, Unterarm-, Knöchel-

  und Kleiderwürgen, Garotte, Hüft- und Schulterwürfen

- Abwehr von: Hebelansätzen wie Armstrecker, Hand- und Fingerhebel

- Meidtechniken, um überhaupt nicht geworfen zu werden.

2. Teil:

 

- Die 6 Armhebelkontakte im Reflexkampf

- Reflexkampf -  Ellbogen- und Handhebel im Stand und Bewegung

- Hebelwürfe

- Entwaffnungen

- Unter-/Oberhandkontrolle in Bewegung und Anwendung ("Kreuzen")

- Hebel aus der Handkontrolle im Stand

- Abwehr von Hieben und Stichen: Die 6 Grundkontakte

- Waffenkontrolle im Stand und am Boden

Vorkenntnisse

Vorkenntnisse im Bereich Selbst-

verteidigung/Kampfsport (Ringen/Judo/Jiu usw.)

sind sinnvoll, aber nicht notwendig.

erforderliche Ausrüstung

siehe Organisation / Preise

 

 

 

 

Reflexkampf VI - Arbeiten am Boden, zum Boden und vom Boden aus

Lehrinhalt

Wir  werden den Kampf am Boden, zum Boden und vom Boden aus zum Thema machen. Selbst technisch hoch überlegene Tritt- und Schlagspezialisten können es oft nicht vermeiden, zu Boden zu gehen. Aber diese im Ernstfall immer wiederkehrende Grundsituation muß nicht das Ende bedeuten. Dazu zählt dann die Fähigkeit zum Aufbau einer doppelten Verteidigungssperre ebenso wie die Erlernung von natürlichen Sturz- und Falltechniken.

Es wird gezeigt, wie mit einfachster, aber effektiver und dynamischer Bewegung auch körperlich weit überlegene Gegner zu Boden gebracht und dort kontrolliert, fixiert, und ausgeschaltet werden können.

Auch wenn RK grundsätzlich den Bodenkampf in der SV als riskant ansieht und deshalb meidet (Gründe: vor allem mehrere Angreifer und fehlende Fluchtmöglichkeit), so hat er doch durch jahrelange Beschäftigung mit dieser Problematik eigene hochwirksame Antworten auch für diesen Bereich entwickelt, die alle wieder eine Gemeinsamkeit haben: aufgrund ihrer Natürlichkeit sind sie extrem schnell lernbar, aber dafür muß das innere Auge erst wieder geöffnet werden!

Die Seminarteilnahme wird auf Wunsch durch Urkunde bestätigt.

1. Teil :

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Teil:

 

- Bodenkampfposition und Bodenbewegungen

- Beintritte und Beinscläge

- Aufbau und Durchbrechung der Handsperrlinie

- Aufbau und Durchbrechung der Fußsperrlinie

- Aufbau und Durchbrechung der Kniesperrlinie

- Beinhebel aktiv und passiv

- Brechen von Sitzblockaden

- Brechen von Liegeblockaden

- Brechen von Nierenschere

 

- Zum Bodenbringen, Kontrolle und Fixierung

- Bein- und Fußhebel zum Boden und am Boden

- Arm- und Handhebel zum Boden und am Boden

Vorkenntnisse

Vorkenntnisse im Bereich moderne Selbst-

verteidigung/Kampfsport (Ringen/Judo/Jiu usw.)

sind sinnvoll, aber nicht notwendig.

erforderliche Ausrüstung

siehe Organisation / Preise

 

 

 

Kreis-Strahl-Kung Fu
Hintergrund
  • Während die meisten Kampfsysteme technisch linear, also gradlinig orientiert sind (Motto: "Die Gerade ist die kürzeste Verbindung zum Kopf des Gegners"), gibt es auch einige wenige Systeme, die statt dessen auf den Kreis als Bewegungsprinzip setzen. Diese Systeme sind ausnahmslos defensiv orientiert und nicht (kampf-)sportlich anwendbar.
  • Das von uns unterrichtete nichttraditionelle Kreis-Strahl-Kung Fu gehört zu ihnen. Es verbindet hohe Wirksamkeit in der Anwendung mit großer Ästhetik in den Bewegungen, die sich zu einer phantastisch harmonischen Meditationsform fügen. Die Seminarteilnahme wird auf Wunsch durch Urkunde bestätigt.

Lehrinhalt:

Die Kreiskampf-Form und ihre Anwendung

  • Strategie der Verteidigung nach dem Kreisprinzip: Funktion, Ethik, Taktik, Psychologie; das Verhältnis von Angriff und Verteidigung als Kraftverhältnis (Funktionalitätsprinzip) und räumlich (Kreis-Strahl-Beziehung); bewußter und gewollter Angriffsverzicht; Reaktivität statt Passivität; der Unterschied zwischen Sport und Enstfallkampf, Rhythmus und Bewegung.
  • Technik des Kreises (Rotation) als Verteidigungsprinzip unter Einsatz des Körpers: Die zwei mal drei Grundbewegungen eingesetzt nach Distanz und Angriffsart, einzeln und mit Partner; als Übungs- und Anwendungsform gegen Schlag, Griff und Tritt; der Einsatz von Faust und Fuß; Hebel und Wurf durch Rotation statt Druck und Zug; "klebende Hände" im Ableiten; "steckende Hände" in der Kurzdistanz (Einhandform).
  • Form: Ihre Funktion als Grammatik des Systems, Bilderrätsel in Bewegung, Atmungs- und Bewegungskoordination sowie Meditation. Die Teile im Zusammenhang, korrekte Bewegungsabläufe, Finden des inneren und äußeren Gleichgewichts, die Entwicklung des Bewegungsflusses, die geheimnisvolle Verbindung von Ein- und Ausatmung mit der Geschwindigkeit der Ausführung. Normalerweise werden die ersten vier Teile der Form gelehrt, sofern keine Vorkenntnisse vorliegen.
Praktisches Ziel
  • Praktisches Ziel ist das körperliche Erlernen und Erleben der Bewegngen und der Form. Die Anwendung der erlernten Techniken erfolgt hierbei in erster Linie exemplarisch, um den Zugang zur Bewegungsform zu verdeutlichen; sofern die Form nicht vollständig vermittelt wird, kann auf den beherrschten Teilen beim folgenden Mal aufgebaut werden, das bereits Gelernte kann auch allein geübt werden. Die Seminarteilnahme wird auf Wunsch durch Urkunde bestätigt.
Erforderliche Ausrüstung siehe Organisation / Preis